Papier: 2.2.1.2. Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
Originalversion
| 1 | Das BDSG ist ein Schutzgesetz, das natürliche Personen |
| 2 | schützen soll. Verstöße dagegen können |
| 3 | Schadenersatzansprüche begründen. Allerdings begrenzt das |
| 4 | BDSG die Möglichkeit einer verschuldensunabhängigen Haftung |
| 5 | für Datenschutzverstöße auf die öffentlichen Einrichtungen |
| 6 | (§§ 7, 8 BDSG). |
| 7 | |
| 8 | Das Datenschutzgesetz ist daneben ein Eingriffsgesetz, mit |
| 9 | dem Eingriffe in das Grundrecht auf informationelle |
| 10 | Selbstbestimmung gerechtfertigt werden. Die konkreten |
| 11 | Eingriffsnormen bzw. Eingriffe müssen durch ein |
| 12 | überwiegendes Allgemeininteresse gerechtfertigt sein. Sie |
| 13 | müssen zudem den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und der |
| 14 | Normenklarheit genügen und Schutzvorkehrungen zum Zwecke der |
| 15 | Datensicherheit und der Sicherheit der Betroffenenrechte |
| 16 | vorsehen. |
| 17 | |
| 18 | Nach dem BDSG gilt – wie im gesamten Datenschutzrecht - |
| 19 | wegen des mit der Datenverarbeitung verbundenen |
| 20 | Grundrechtseingriffs und dem Gesetzesvorbehalt das Verbot |
| 21 | mit Erlaubnisvorbehalt (§ 4 Abs. 1 BDSG). Das heißt, |
| 22 | Datenverarbeitung ist nur dann zulässig, wenn entweder eine |
| 23 | Rechtsvorschrift dies ausdrücklich vorsieht oder der |
| 24 | Betroffene ausdrücklich eingewilligt hat. |
| 25 | Hierbei sind im Sinne der Rechtsprechung des |
| 26 | Bundesverfassungsgerichts besonders hervorzuheben: |
| 27 | |
| 28 | • die Zweckbindung für die Verwendung personenbezogener |
| 29 | Daten, |
| 30 | • eine strikte Beschränkung der Datenverarbeitung und |
| 31 | -nutzung auf das Erforderliche, |
| 32 | • die größtmögliche Selbstbestimmung der Betroffenen sowie |
| 33 | • die Transparenz der Datenverarbeitung. |
| 34 | |
| 35 | Nur bei Beachtung dieser Anforderungen ist der notwendige |
| 36 | Schutzzweck für ein modernes Datenschutzrecht gewährleistet. |
| 37 | |
| 38 | Über das BDSG hinaus finden sich weitere |
| 39 | Datenschutzregelungen mit Relevanz für den staatlichen |
| 40 | Bereich in dem Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG) |
| 41 | sowie den jeweiligen Landespersonalvertretungsgesetzen, dem |
| 42 | Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), den jeweiligen |
| 43 | Landesvorschriften zum Datenschutz, den sozialrechtlichen |
| 44 | Vorschriften (SGB), dem Telekommunikationsgesetz (TKG) und |
| 45 | dem Telemediengesetz (TMG) sowie diversen EU- und |
| 46 | UN-Richtlinien betreffend personenbezogene Daten. |
| 47 | |
| 48 | Durch die engen Vorgaben zu Eingriffen in das Recht auf |
| 49 | informationelle Selbstbestimmung wird dem Staat in Fragen |
| 50 | des Datenschutzes eine Vorbildfunktion für nichtstaatliche |
| 51 | Akteure zugeschrieben. |
| 52 | |
| 53 | Auch wenn es im staatlichen Bereich einige Spezifika |
| 54 | bezüglich des Beschäftigtendatenschutzes gibt, wird an |
| 55 | dieser Stelle nicht darauf eingegangen. Vielmehr wird das |
| 56 | Thema Beschäftigtendatenschutz übergreifend, sowohl für den |
| 57 | privaten als auch den öffentlichen Sektor, Gegenstand des |
| 58 | Kapitels 2.3. sein. |
Der Text verglichen mit der Originalversion
| 1 | Das BDSG ist ein Schutzgesetz, das natürliche Personen |
| 2 | schützen soll. Verstöße dagegen können |
| 3 | Schadenersatzansprüche begründen. Allerdings begrenzt das |
| 4 | BDSG die Möglichkeit einer verschuldensunabhängigen Haftung |
| 5 | für Datenschutzverstöße auf die öffentlichen Einrichtungen |
| 6 | (§§ 7, 8 BDSG). |
| 7 | |
| 8 | Das Datenschutzgesetz ist daneben ein Eingriffsgesetz, mit |
| 9 | dem Eingriffe in das Grundrecht auf informationelle |
| 10 | Selbstbestimmung gerechtfertigt werden. Die konkreten |
| 11 | Eingriffsnormen bzw. Eingriffe müssen durch ein |
| 12 | überwiegendes Allgemeininteresse gerechtfertigt sein. Sie |
| 13 | müssen zudem den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und der |
| 14 | Normenklarheit genügen und Schutzvorkehrungen zum Zwecke der |
| 15 | Datensicherheit und der Sicherheit der Betroffenenrechte |
| 16 | vorsehen. |
| 17 | |
| 18 | Nach dem BDSG gilt – wie im gesamten Datenschutzrecht - |
| 19 | wegen des mit der Datenverarbeitung verbundenen |
| 20 | Grundrechtseingriffs und dem Gesetzesvorbehalt das Verbot |
| 21 | mit Erlaubnisvorbehalt (§ 4 Abs. 1 BDSG). Das heißt, |
| 22 | Datenverarbeitung ist nur dann zulässig, wenn entweder eine |
| 23 | Rechtsvorschrift dies ausdrücklich vorsieht oder der |
| 24 | Betroffene ausdrücklich eingewilligt hat. |
| 25 | Hierbei sind im Sinne der Rechtsprechung des |
| 26 | Bundesverfassungsgerichts besonders hervorzuheben: |
| 27 | |
| 28 | • die Zweckbindung für die Verwendung personenbezogener |
| 29 | Daten, |
| 30 | • eine strikte Beschränkung der Datenverarbeitung und |
| 31 | -nutzung auf das Erforderliche, |
| 32 | • die größtmögliche Selbstbestimmung der Betroffenen sowie |
| 33 | • die Transparenz der Datenverarbeitung. |
| 34 | |
| 35 | Nur bei Beachtung dieser Anforderungen ist der notwendige |
| 36 | Schutzzweck für ein modernes Datenschutzrecht gewährleistet. |
| 37 | |
| 38 | Über das BDSG hinaus finden sich weitere |
| 39 | Datenschutzregelungen mit Relevanz für den staatlichen |
| 40 | Bereich in dem Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG) |
| 41 | sowie den jeweiligen Landespersonalvertretungsgesetzen, dem |
| 42 | Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), den jeweiligen |
| 43 | Landesvorschriften zum Datenschutz, den sozialrechtlichen |
| 44 | Vorschriften (SGB), dem Telekommunikationsgesetz (TKG) und |
| 45 | dem Telemediengesetz (TMG) sowie diversen EU- und |
| 46 | UN-Richtlinien betreffend personenbezogene Daten. |
| 47 | |
| 48 | Durch die engen Vorgaben zu Eingriffen in das Recht auf |
| 49 | informationelle Selbstbestimmung wird dem Staat in Fragen |
| 50 | des Datenschutzes eine Vorbildfunktion für nichtstaatliche |
| 51 | Akteure zugeschrieben. |
| 52 | |
| 53 | Auch wenn es im staatlichen Bereich einige Spezifika |
| 54 | bezüglich des Beschäftigtendatenschutzes gibt, wird an |
| 55 | dieser Stelle nicht darauf eingegangen. Vielmehr wird das |
| 56 | Thema Beschäftigtendatenschutz übergreifend, sowohl für den |
| 57 | privaten als auch den öffentlichen Sektor, Gegenstand des |
| 58 | Kapitels 2.3. sein. |
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